Johanna Birnstingl

Teereise nach China, einfach himmlisch!

Nach Terminen in Hong Kong gings nach Hangzhou am Xi Hu (Westlake). In der Früh des nächsten Tages holt mich erneut die Zeitumstellung und das Vogelgezwitscher frühzeitig aus dem Bett. Eine Stunde Laufen entlang des Westlake geht sich noch aus, bevor wir uns auf den Weg in das Lung Ching Gebiet machen. Das Lung Jing-Gebiet, aus dem der bekannte Drachenbrunnen Tee kommt, liegt nordwestlich von Hangzhou.

handroesten Es ist 7 Uhr morgens und ich bin bei weitem nicht alleine in den Parkanlagen entlang des Westlakes unterwegs. Am Wasser tuckern die ersten Boote. Die gelben Dächer der Boote werden von der Morgensonne bestrahlt und wirken daher goldfarbig. In den Grünanlagen klatschen die ersten Chinesinnen in die Hände. Es scheint, sie würden sich für die folgenden QiGong und TaiChi Übungen aufwärmen und lockern. Manche machen das ganz konzentriert und beginnen sich dann ganz synchron in der Gruppe zu bewegen. Es gibt meistens eine Lehrerin, die die Gruppe "lenkt und leitet". Mir fällt auf, unter den Lehrerinnen ist gerade die Farbe pink sehr "in" und entsprechend bunt sind daher ihre Seidengewänder. Andere Gruppen wiederum gleichen einer Versammlung auf einem Marktplatz: Es wird getratscht und geplaudert, während sie ihre Übungen machen. Männer und Frauen allerdings getrennt. Wie gelenkig sie sind. Und sie sind bei weitem alle älter als 60+, schätze ich mal. Es wäre bei uns nicht vorstellbar. Zusätzlich werden noch eifrig die Spazierwege gekehrt. Mich - in meinen für sie eigentümlichen Laufklamotten und mit meiner "Langnase" (Da Piets) - belächeln sie neugierig, während ich zur Leifeng Pagode und wieder retour laufe. Manche versuchen auch Fotos zu machen. Der Tag erwacht.

Wir starten nun und fahren in das erste der 5 Hauptdörfer. Es ist Mei Jia Wu. Tolle Strassenverhältnisse und gute Infrastruktur! Wir spazieren die Hauptstrasse entlang, biegen in eine Seitenstrasse und klettern über die Terasse eines Hauses in die Teegärten. Vereinzelt wird der Tee gerade verarbeitet. Daher begleitet uns ein frischer, blumiger Duft in der Nase, von dem man nie genug haben kann. Die Hänge sind recht steil. Die Büsche selbst sehr niedrig. Die Böden dazwischen leuchten in einem hellen Ziegelrot. Die Büsche sind eindeutig jünger als vergleichsweise Büsche in Darjeeling. Wir steigen den Hügel über Stufen hinauf. Wir gehen bis ganz zur Bergspitze und überwinden dabei ca. 250 Höhenmeter. Leider ist es etwas trüb und daher die Aussicht nicht optimal. Es ist nun schon später Nachmittag. Es sind daher nicht mehr so viele Pflückerinnen unterwegs. Die, die noch in den Gärten sind, bewundern uns neugierig. Sie sind aber auch scheu, wenn man sie fotografieren möchte. Gepflückt werden die hellen, feinen Blattspitzen.

Wieder im Dorfzentrum angelangt verfolgen wir den Ablauf der eigentlichen Teeproduktion bei einem Teebauern. Jeder Bauer für sich hat seine eigene Verarbeitungsanlage. Als Ab-Hof könnte man die Sache bezeichnen. Die Blätter liegen in großen, runden Bambuskörben zum Welken. Als nächstes kommen sie in eine Maschine, die einer Bügelpresse ähnelt. Diese Maschinen haben in letzter Zeit sehr an Bedeutung gewonnen, da die manuelle Arbeit (also das Rösten nur im Wok) dadurch erheblich reduziert wird. Durch die Erhitzung in der Maschine wird die Oxidation unterbrochen. Durch den rollenden "Bügelarm" bekommt das Blatt seine charakteristische, flache Form. Das Blatt wird aber nicht direkt gequetscht dabei. Dieser Vorgang dauert ca. 20 Minuten. Der nächste Schritt ist das manuelle "Rösten" in der Wok-Pfanne. Man könnte es als „Feinschliff“ bezeichnen, da nur durch die manuelle Nachbearbeitung der Lung Ching seine charaktertypische Blattstruktur erhält. Dabei verdunstet die restliche Feuchtigkeit. Hier liegt aber auch die Kunst darin, das Blatt weder zu lange noch zu intensiv zu rösten. Es bedarf viel an Erfahrung und an Fingerspitzengefühl, hier die feinen Aromen zu erhalten. Stundenlang könnte man zusehen, wie die Teebauern mit den bloßen Händen, den Tee fast liebevoll streicheln und wenden ohne sich dabei zu verbrennen. Der fertige Tee wird nun auf der Straße zum Verkauf angeboten. Die Preisangaben beziehen sich auf jeweils 500g.

Die teuersten Qualitäten sind jene, die vor dem Frühlingsfest Ching Ming produziert werden. Diese sind dieses Jahr schon alle verkauft. Insgesamt ist man mit den Qualitäten dieses Jahr zufriedener. Im letzten Jahr war es etwas zuviel an Regen und kalten Temperaturen, die sich nicht ganz ideal auf die Qualitäten ausgewirkt haben. Dieses Jahr sind die Tees eindeutig besser, wobei dieses Jahr ein wenig mehr Regen nicht geschadet hätte. Die Pre Ching Ming Ernten werden gerne von Regierungsbeamten gekauft. Diese Berufsgruppe besitzt in China einen besonders anerkannten Stellenwert und Pre Lung Ching zu kaufen ist ein absolutes Statussymbol. Jetzt in der After Ching Ming Phase kauft die breite Masse der Chinesen für den Eigenbedarf bzw. kaufen Händler die Ware für den Export auf.

Wir fahren weiter ins Lung Ching Village oder auch als Dragon Well-Village bezeichnet. Ein Dorf mit schmucken Häuschen. Und hier teilen sich nun auch die vielen Geschichten über den Lung Ching Tee. War es der Kaiser Qianlong aus der Qing Dynasty, der insgesamt 18 verschiedene Teebüsche in die Region brachte und vor dem Hugong Temple pflanzte, wo man die Originalbüsche heute noch bewundern kann oder hat der Kult Lung Ching mit dem Drachen zu tun, der vor langer Zeit die Teebauern vor völliger Trockenheit rettete? Es ist ein Land der vielen Märchen und Sagen und jeder kann sich die für ihn/sie richtige Version zurechtlegen. Wir trinken Tee und genießen den frisch, blumigen Geschmack mit dem leicht süßlichem Aroma im Blatt und auch in der Tasse. Wir fahren weiter nach Lions Peak. Yungi und Tiger Peak schaffen wir nicht mehr. Es ist sehr viel (Autobus)verkehr und spätestens jetzt hab ich verstanden, dass die Atmosphäre hier verglichen werden kann mit der Steirischen Weinstrasse im Herbst. Kitzeck, Gamlitz, Ehrenhausen - Hügel rauf und runter, charakteristische Aromen nach Wein & Kastanien, herrliche Gegend, leuchtende Farben. Das Leben genießen und die Seele baumeln lassen. Wenigstens für einen Augenblick.
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Die neue Monodroge!

lavendel Im Kräuterteesortiment von DEMMERS TEEHAUS gibt es ab nun die neue Monodroge: Lavendel. Die Blüten sind blau-lila und stammen aus dem Mittelmeerraum. Die Ernte erfolgt kurz, bevor die Blüten aufblühen. In diesem Stadium ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten.

Lavendel ist ein Allrounder und hat viele Einsatzgebiete. In der Küche wird er gerne als Gewürz für Fleisch (Wild + Lamm) verwendet. Auch als Zugabe bei süßen Speisen findet er Anwendung (Marmeladen). Motten werden mit Lavendelsäckchen im Kleiderkasten bekämpft und Personen, die an Einschlafstörungen leiden, nehmen gerne ein Lavendelbad oder füllen ein kleines Säckchen mit Lavendelblüten und geben es in den Kopfpolster. Lavendel kommt auch in der Aromatherapie zum Einsatz.

Aus medizinischer Sicht wird dem Lavendel nachgesagt, dass er bei Problemen im Magen/Darmbereich zum Einsatz kommen soll. Es wird behauptet, ein Zuviel an Lavendel würde einschläfernd wirken. Anwendugnen diesbezüglich sind unbedingt mit dem Arzt abzusprechen.

Lavendel als Monodroge aufgegossen hat einen leicht bitteren Nachgeschmack. Wir empfehlen Dir eine eigene Mischung zu Hause zuzubereiten: z.B. Lavendelblüten und Pfefferminze in einem Verhältnis von 50:50 mischen. Da hat man zwei äusserst aromaintensive Kräuter in der Tasse (hoher Gehalt an ätherischen Ölen). Der leicht bittere Nachgeschmack des Lavendel ist dadurch nicht mehr vorhanden. Ziehzeit ca. 5 Min.
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Man muss nur hartnäckig sein...

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Teeblumen gesucht und gefunden!

teerose Schon jetzt können wir Ihnen für kommenden Monat viele, viele Neuigkeiten aus allen Teegärten der Welt präsentieren. Über unseren eben eingetroffenen Flugtee haben wir ja schon berichtet. Nun sind wir sehr erfreut, dass es uns nach langer Suche gelungen ist, wieder eine kleine Menge von zwei „sauberen“ Teeblumen einzukaufen. Unsere hohen Qualitäts- und Hygienestandards machen die Auswahl teilweise sehr schwierig. Zum ersten mal haben wir eine Teeblume aus weißem Tee! Die Teerose China Sanguan (bedeutet soviel wie: Himmel-Erde-Wasser) ist aus weißen Teeblättern hergestellt. In der Mitte öffnen sich nach dem Aufguss eine Malvenblüte und Lavendelblüten. Man sollte sie mit etwa 1/4 Liter siedendem Wasser in einer Glastasse oder Glaskanne aufgießen, um optimales Geschmacks- und Zieherlebnis zu garantieren. Kann jedoch 2-3 mal aufgegossen werden. Ebenso bei der wunderschön und sorgfätig gearbeiteten Teeblume China Xian Tao aus Grünteeblättern (Xian Tao ist eine Stadt in Hubei, China), in der ein Amaranth-Blüte eingearbeitet ist! Alle beide, eine Teefreude!
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Rarität aus Darjeeling und Nepal

Zwei neue Raritäten für Schwarztee Fans. Darjeeling FTGFOP Virgin Tea, eine Rarität des Teegartens Dooteriah. Mild, zart und fruchtig, eine ganz besondere Schwarztee Qualität aus dem Nordwesten Darjeelings. Das besondere daran ist, es handelt sich hierbei, wie der Name schon sagt um einen "Virgin" Tee, also einen "jungfräulichen" Tee. Dass bedeutet, dieser Tee stammt aus der ersten Pflückung von Teesträuchern. Diese wurden erst vor drei Jahren gepflanzt und erst nach dieser Zeit sind Pflückungen möglich. Vorerst aber nur geringe Mengen, daher die hohe Exklusivität. Erst ab einem Alter von 4-5 Jahren sind Pflückungen größerer Mengen möglich. Eine weitere Rarität ist der Nepal FTGFOP Guranse, ein köstlich mild-fruchtiger Sommertee. Die Bezeichnung FTGFOP steht für einen qualitativ sehr hohen Blattgrad und bedeutet "Fine Tippy Golden Flowery Orange Pekoe", lesen Sie hier mehr zu den Tee-Kurzbezeichnungen.
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Bitte zurücktreten!

Ab Morgen Montag den 10. bis zum 14. Dezember versüßen wir Ihnen das Warten... Die Firma INFOSCREEN betreibt in vielen U-Bahn Stationen in Wien projizierte Werbetafeln (Gemeint sind jene Tafeln, direkt in den Stationen, auf denen "Bitte zurücktreten" aufscheint, wenn der Zug einfährt), auf denen nun alle 7min Spots von DEMMERS TEEHAUS und auch von TRZEŠNIEWSKI zu sehen sein werden. Vielleicht sehen Sie den einen oder anderen Spot, wenn Sie unterwegs sind. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

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Wohnkultur und Teegenuß

home_mag Wir schenken Ihnen ein Jahresabo des HOME Magazins!

Ab ab einem Einkaufswert von € 50.- in unseren Filialen (in Österreich) können Sie sich gratis für ein Jahresabo des HOME Magazins (das sind 10 Ausgaben) anmelden. Die HOME Abo Karte liegt in unseren Filialen auf und kann dort ausgefüllt abgeben werden oder selbst per Post an die HOME Redaktion geschickt werden, was einfacher und schneller wäre... Das passende Getränk, zu dieser Literatur, bekommen Sie natürlich bei uns!

Der guten Ordnung halber sei noch angefügt, dass sich das Abo automatisch immer um ein Jahr verlängert, wenn es nicht mit der 7. Ausgabe bei Home gekündigt wird. Die Verlängerung kostet pro Jahr 20 Euro. Würde man die 10 Hefte in der Trafik einzeln kaufen, würden sie 35 Euro kosten. Diese Infos sind auch auf der Abokarte angeführt.

PS: Wohnkultur und Teegenuß können Sie auch im MÖBELDEPOT finden!
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