Tag: verkostung


Hochgeistige Mischung!

1232528641_2 In der neuen Ausgabe des Genuss-Magazins ist ein Artikel mit dem Titel "Hochgeistige Mischung" erschienen. Es handelt sich um das Fazit einer Crossover-Verkostung zu „Tee & Spirituosen“. Gute Idee? Für meinen Teil nur interessant. Hochwertige Blatt-Tees werden von Zusätzen wie Alkohol, Zucker, Honig, etc. eher unterdrückt!

Traditionell hat Tee jedoch viel mit Alkohol zu tun. Wenn man in die alten Teekulturen dieser Welt blick, hat sich vor 100en Jahren eine richtige chinesische Teekultur erst als Gegenpol zu Alkohol entwickelt. Auf chinesischen Hochzeiten muss das Brautpaar z.B. traditionell mit allen Gästen anstoßen. Damit Braut und Bräutigam dies durchstehen, wurde Tee statt Pflaumenschnaps o.ä. getrunken (durch die ähnlich Farbe ist es somit niemanden aufgefallen). Das Volk trank Alkohol, die intellektuelle Elite trank Tee. Es wurde zur Guten Sitte bzw. Mode schlichte Gelassenheit zu leben und Tee statt Alkohol zu trinken.

Auch in unseren Breiten hat Alkohol viele Berührungspunkte mit Tee. Wiederum wurde Tee eher in der Oberschicht genossen. Bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde z.B. in niederösterreichischen Adelskreisen Tee zum Frühstück genossen. Und "sonntags pflegen die höheren Wiener Stände exquisite Teegesellschaften zu geben", so in einem Bericht aus dem Vormärz. Beim Großteil der Bevölkerung hatte Tee freilich eine andere Bestimmung. Man versetzte den Tee mit Branntwein oder Schnaps, so dass er eben von innen her wärmte und kräftigte oder einfach etwas benebelte und auf diese Weise das vorhandene Elend dieser Zeit für einen Augenblick vergessen.
story_div

Auch ein Beitrag über Verity...

Wie viele neugierige Konsumenten, bzw. in der Marketingsprache s.g. "Early Adopter", zähle ich mich nicht nur zu dieser Gruppe, sondern verkoste mit meinen Kollegen auch alles was so an Teeprodukten oder nur Teeähnlichen (und vieles mehr) auf dem Markt erscheint. Vor knapp einem Monat auch mal Verity. Es handelt sich dabei um kleine Metallkapseln (ähnlich wie Nespresso) in 3 unterschiedlichen Sorten mit Teekonzentrat; wird von Teewerk in HH vertrieben und wurde glaub ich von einer Firma in Birmingham entwickelt. Anfangs konnte man noch neutrale Beiträg über dieses neue und einzigartige Produkt lesen, dann kamen immer mehr merkwürdig positive Berichte und Verkostungsnotizen online. Ich kann nicht ganz verstehen wie zu diesem Produkt so viele positive Meldungen erscheinen können? Ja, das Design ist schön. Aber ist Verpackung wirklich alles? Diese armen Teeblätter werden in diese kleine Kapseln gepresst und schmecken so schrecklich, dass man so etwas auf keinen fall Tee nennen kann und, je nach Sorte, aller höchstens mit viel Zitrone, Zucker oder Rum trinken kann. Oder würden Sie sich z.B. ein Glas Milch aus 20 kleinen Milchportionen abfüllen und dann noch trinken? Deswegen appellierte ich auch an drtea u.a. nicht einfach PR texte zu übernehmen und zuerst mal zu kosten!
story_div
footer_below Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...