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Im Teehandel wird nicht beschissen

Andrew Demmer (c) derStandard.atAndrew Demmer, Gründer und Inhaber von DEMMERS TEEHAUS über die "honorige" Tee-Branche, seine Ost-Expansion, und warum es keinen Paprika-Tee geben wird (...) Weiter lesen...





Andrew Demmer im Interview mit Martin Putschögl auf derStandard.at vom 10.8.2009
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Tee kennt keine Krise

Die Wiener Teehandelsfirma DEMMER GmbH besteht seit 1980. Firmengründer und -inhaber Andrew Demmer entwickelte das Konzept der Teefachgeschäfte mit der Marke "DEMMERS TEEHAUS(R)", das seit mehr als 15 Jahren mit Erfolg als Franchise System im In- und Ausland umgesetzt wird. Ein Konzept, das sich auch in schwierigen Zeiten zu behaupten scheint. So sind für das heurige Jahr sieben neue Standorte geplant, drei wurden bereits eröffnet. Mehr dazu...
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Der Tee ist ein Zauberkünstler des Ausgleichs

Die chinesischen Menschen legen großen Wert darauf, dem Weg der Mitte zu folgen. Das bedeutet nicht, dass man Differenzen beilegt, indem man seine eigenen Prinzipien aufgibt oder „sich nach dem Winde dreht“. Auf dem Weg der Mitte geht man nicht einen Kompromiss ein, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Es gleicht eher der Redensart: Sich nicht einer Seite zuneigen, das bedeutet aufrichtig in der Mitte zu bleiben und unschlüssig zu sein bedeutet, nicht den Massen auf gewohnten Pfaden zu folgen. Daran kann man erkennen, dass der Genuss des Tees der Lehre vom Weg der Mitte entspricht.

Konfuzius - Weg der Mitte / Väter der chinesischen Kultur: Laotse und Konfuzius. Die Chinesen teilen die Geschmacksrichtungen in fünf Kategorien ein: Sauer, süß, bitter, pikant und salzig. Jede der fünf Geschmacksrichtungen entspricht einem Element nach der Theorie der Fünf Elemente und entspricht auch verschieden astronomischen Positionen, Zeiten und Teilen des menschlichen Körpers. Obwohl viele Menschen beim Essen und Trinken eine Vorliebe für bestimmte Geschmacksrichtungen haben, sind doch meist alle fünf Geschmacksrichtungen in ihrer Ernährungsweise beinhaltet. Von allen Speisen und Getränken hat besonders der Tee einen moderaten Geschmack und entspricht somit der Lehre von dem Weg der Mitte.

Was auch immer man gerade gegessen hat, eine Tasse Tee wird ausgleichend wirken. Diese Eigenschaft ist vielleicht der Grund dafür, dass Tee als Mittel gegen viele toxische Substanzen eingesetzt wird.

Die Vorliebe für bestimmte Gewürze und Geschmacksrichtungen ist eine Form von Vorurteil und damit ist man schon vom Weg der Mitte abgewichen. Nach Ansicht der Chinesen entsprechen die fünf Geschmacksrichtungen den fünf Elementen. Das bedeutet, dass die fünf Geschmacksrichtungen eingeschränkt sind durch das Prinzip der gegenseitigen Förderung und der gegenseitigen Hemmung. Der Tee harmonisiert alle Geschmacksrichtungen, löst die Vorlieben für unterschiedliche Geschmacksrichtungen auf und beseitigt negative Effekte, während er den nutzbringenden Effekt erhöht.

Die Lehre vom Weg der Mitte zeigt sich in der Natur des Tees. Für viele Menschen, die an eine Ernährungsweise mit starken Gewürzen gewöhnt sind, stellt das Teetrinken eine gute Möglichkeit dar, um den Magen und die Geschmacksknospen auf der Zunge zu beruhigen und es hilft dabei, die körperliche und seelische Gesundheit wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Bei denjenigen, die eine Vorliebe für bestimmte oder sehr ausgeprägte Gewürze haben, kann das Teetrinken helfen, den Körper zu reinigen.

Text: Artikel „Abwarten und Tee trinken“ von Bai Zhi - The Epoch Times
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Tee: Luxus in der Tasse

Dass Österreich eine Nation von Teemuffeln ist, wird auch Barack Obama nicht so schnell ändern. Bei welchen Tees es sich jedenfalls lohnt, tiefer in die Tasse zu schauen, weiß das „Schaufenster“.

schaufenster Besser könnte es ihm eigentlich gar nicht gehen, dem Tee. Jetzt, da er einen der prominentesten – und bald auch mächtigsten – Männer der Welt zum Fürsprecher hat: Barack Obama. Amerikas zukünftiger Präsident trinkt Tee – und zur Freude von Teefachleuten redet er auch darüber. Während der letzten Wochen im US-Wahlkampf wurde im Internet und auf der Straße auch mit Tee, der auf „Drink for Change“ getauft wurde, für den Präsidentschaftskandidaten geworben.

Dabei muss man feststellen, dass der Anwalt aus Chicago, der demnächst mit Ehefrau, Töchtern und Hund ins Weiße Haus ziehen wird, streng genommen keinen Tee trinkt. Zumindest keinen „echten“. Obamas Lieblingssorte ist nämlich der „Black Forest Berry Honest Tea“ und somit ein klassischer Früchtetee. Der wird in unseren Breiten zwar – wie auch der Kräutertee – als solcher bezeichnet, in Großbritannien heißen diese Sorten allerdings nur „Herbals“ oder „Herbal Infusions“. Wobei Andrew Demmer, der Chef und Eigentümer von Demmer Tee, das so streng nicht sehen will. Denn würde man in Österreich den Kräuter- und Früchtetee nicht zum klassischen Heißgetränk dazuzählen, „dann wäre Österreich noch weniger eine Teenation, als sie es so schon ist“, sagt er.

Teemuffel. Der Durchschnittsösterreicher trinkt Tee (immer noch) vor allem dann, wenn ihm kalt ist oder wenn er krank ist, weshalb der Teeverbrauch wie jedes Jahr zu Beginn der kalten Zeit um ein Vielfaches in die Höhe steigt. Die Österreicher hätten immer noch oft Angst, bei der Zubereitung etwas falsch zu machen. Auch deshalb ist Demmer keiner, der den Teebeutel verdammt. „Die Engländer hingegen sind Teezubereitungsprofis.“ Seine Kollegin Eva Haas, Chefin des Haas & Haas-Teehauses hinter dem Stephansdom, sieht das ähnlich. „Die meisten Menschen kommen über den Teebeutel zum offenen, unbehandelten Tee“, sagt sie. Haas betreibt mit ihrem Mann seit drei Jahrzehnten das Teefachgeschäft am ­Stephansplatz. Sie vergleicht die Geschmacksentwicklung der Verbraucher beim Tee mit der beim Olivenöl. Früher gab es da wie dort eine Sorte, die man wenig ansprechend verkauft hat, und sie wurde gekauft.

So wie heute Dutzende Sorten von Olivenöl im Regal stehen, gebe es auch unzählige Sorten beim Tee. Die auch gekauft werden. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich Teesorten, die beruhigen sollen und deshalb so harmonische Namen wie „Balance“ oder „Oase der Ruhe“ bekommen. Vor Weihnachten haben der Rooibos-Tee, der aus dem gleichnamigen Strauchgewächs gewonnen wird, Zitrusfrüchte und natürlich auch so kitschig-süßlich klingende (und genauso riechende) Sorten wie „Bratapfel“ und „Weihnachtspunsch“ Hochsaison. Allesamt wieder nur „Herbals“ im britischen Sinn. Aber auch der wahre Tee, also der unbehandelte schwarze, grüne, weiße und gelbe, bleibt beliebt wie eh und je.

Worauf es den immer mehr werdenden Teekennern ankommt, ist das Anbaugebiet, für echte Experten zählt sogar die Erntezeit. So mögen manche vor allem die Frühjahrsernte, den sogenannten „First Flush“, andere eher den „Second Flush“ im Juli, weil der Tee da schon gehaltvoller ist. Eva Haas hat im Vorjahr auf einer Reise nach China eine neue, bisweilen nur unter Tee-Experten bekannte Sorte gefunden, besser gesagt: einen kleinen „schwarzen Drachen“, der fast so klingt wie der berühmteste Bewohner des Tiergartens Schönbrunn, Fu Long. Der Oolong ist eine Mischung aus Grün- und Schwarztee, je nachdem, wie stark man seine Blätter fermentiert (weniger: grün, stärker: schwarz), er hat mehr Koffein als grüner, aber weniger als Schwarztee.

Luxus in der Tasse. Mit dem ­Oolong, der seinen Namen der gedrehten Form der getrockneten Blätter verdankt, die der Legende nach seinen Entdecker an einen Drachen erinnerten, darf man tun, was man bei Schwarztee nie tun sollte: ihn bis zu fünf-,
sechsmal aufgießen und maximal drei Minuten ziehen lassen. Eine Rarität ist der chinesische „Milky Oolong“, der mit Milchwasserdampf erhitzt wird und so seinen charakteristischen Geschmack bekommt.

Eine Rarität, die bisher vor allem Touristen aus dem Ausland zu schätzen wissen, erzählt Frau Haas. ­Ihren „Milky Oolong“ verkauft sie im Rahmen der neuesten Linie, „Teeluxe“. Neun verschiedene Teesorten vom weißen „Nepal Himalayan Shangrila“, einem besonderen Ceylon, bis zu speziellen Grüntees und Oolongs gibt es da, von elf Euro bis zu 33 Euro pro 100 Gramm. Da liegt die Frage nahe: „Wird das gekauft?“

„Und wie“, sagt Haas. „Ich spüre nichts von der Krise, in Krisenzeiten kaufen die Leute eben keine Gucci-Tasche, sondern einen ,Teeluxe’ bei uns.“
Auch wenn ihr Kollege Demmer, der seit heuer ebenfalls einen Oolong aus Thailand führt, weniger gern auf überteuerten Tee in seinem Sortiment setzt, spürt er nichts von einer Krise. „Tee ist kein teures Getränk, pro Tasse gerechnet.“ Und noch einen Vorteil hat er: „Er ist sophisticated, man kann ihn gut verschenken.“ Aber Krise hin oder her, Demmer gibt zu: „Auf den richtigen Boom beim Tee warten wir noch.“

Text (c) Artikel Tee: Luxus in der Tasse von Anna-Maria Wallner (Die Presse - Schaufenster, 11.12.2008)
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Über den Tellerrand

derstandard Zu 100 Prozent gegen jede Art von Ausgrenzung und Diskriminierung - Andrew Demmer: "Ein Tag muss mit einer guten Tasse Tee und dem STANDARD beginnen."

Andrew Demmer ist überrascht. Dass er einer der Ersten war, darüber hat er sich nie Gedanken gemacht. Aber 20 Jahre später darauf aufmerksam gemacht, lächelt der Gründer von Demmers Teehaus fast stolz: "Dass ich unter den ersten Abonnenten war, ist Zufall. Es war höchste Zeit, dass es in Österreich ein Blatt dieser Qualität und Ausrichtung gibt. Und ich bin bis heute jeden Tag froh, dass es ihn gibt." Obwohl es einen dunklen Tag in der Beziehung gab: "Großartig: Eine Zeitung ohne Sport. Als dann plötzlich ein Sportteil im Blatt war, war ich wirklich enttäuscht."

Freilich, räumt der Herr und Franchisegeber über neun Teehäuser in Österreich (und zwölf in Mittel- und Osteuropa) ein, sei der "Sündenfall" zu bewältigen: "Man kann ja drüberblättern; in der Früh habe ich kaum mehr als fünf Minuten Zeit, die Zeitung zu lesen. Ich hebe sie für den Abend auf. Manche Teile - etwa die wundervolle Beilage der New York Times - auch mehrere Tage."

"Ein Tag muss mit einer guten Tasse Tee und dem STANDARD beginnen." Obwohl er für Breaking News kein Blatt mehr braucht: "Die beziehe ich anderswo. Eine gute Zeitung ist dennoch unverzichtbar. Sie soll Hintergründe und Zusammenhänge erklären. Das tut der Standard hervorragend." Einmal Gedrucktes kann man nicht einfach ausschalten oder löschen.

Auch deshalb sei der Standard während der letzten 20 Jahre wichtiger und wichtiger geworden: "Diese zu 100 Prozent gerade Einstellung gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung macht den Standard unverzichtbar. Er ist das liberale Medium, das weit über den Tellerrand hinausschaut - das hat Österreich vor 20 Jahren gebraucht." Das habe sich nicht geändert. "Gerade in einer Zeit, in der sich das offizielle Österreich in einer unvorstellbaren Art an das Kleinformat und alles, was damit zusammenhängt, anbiedert, müssen Medien wie der Standard das Gegengewicht darstellen."

Artikel von Thomas Rottenberg, DER STANDARD; Printausgabe, 18./19.10.2008. Siehe online Ausgabe unter www.derstandard.at
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DEMMERS TEEHAUS setzt auf biologisch

medianet Wien. Derzeit hat Demmers Teehaus 29 Tees aus kontrolliert biologischem Anbau im Stammsortiment. Tendenz steigend. Denn die Nachfrage nach
sauberen bzw. „kontrolliert biologischen“-Tees ist hoch. Das ist bei japanischen Tees kein Problem, denn dort wird „bilderbuchmäßig“ produziert. Schwieriger wird es bei chinesischen Tees. „Durch die ständig
wachsende Bevölkerung in China, Indien, Sri Lanka, etc. benötigen die produzierenden Teeländer selbst immer mehr Tee“, so Andrew Demmer.
„Daher sind sie an Export gar nicht so sehr interessiert.“ Aus diesem Grund ist Demmer besonders auf den bestellten Bio Assam stolz, der sich gerade
auf dem Seeweg Richtung Wien bewegt. Bis dahin arbeitet Demmer an einem neuen Trendgetränk: Dem Matcha (= japanisches Teepulver), der sich mit Zucker und Soja-Vanillemilch in kühle Frappés bzw. heiße Matcha-Latte zubereiten lässt.

Text (c) Artikel Teatime vs. Coffeebreak, 17. Septeber 2008 medianet
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