Kaffee auf dem Prüfstand

Am kommenden Donnerstag, 1. Oktober ist Tag des Kaffees. Aus diesem Anlass hat die AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH folgende nette Presseaussendung verschickt, die für mich persönlich aber einen kleinen bitteren, aber heiteren Nachgeschmack hat:

Kaffee auf dem Prüfstand
Das "Kaffee-Experiment" König Gustavs III. (1746-1792) gilt scherzhaft als "erste klinische Studie Schwedens": Der König ließ zwei verurteilte Verbrecher - eineiige Zwillinge - täglich drei Tassen Kaffee bzw. Tee trinken, da man davon ausging, dass beide Getränke aufgrund ihrer "Giftigkeit" die Lebenszeit des Menschen deutlich verkürzen. Zwei königliche Ärzte begleiteten die Studie.

Sicheres Lebensmittel

Unter bestimmten Voraussetzungen kann Kaffee tatsächlich die Gesundheit beeinträchtigen - wenn der Rohkaffee zu feucht ist und dadurch schimmlig wird. Bei Schimmelpilzbefall kann das Schimmelpilzgift Ochratoxin A gebildet werden. Dieses Gift wird selbst bei hohen Rösttemperaturen nicht abgebaut, ist gut wasserlöslich und geht so in den Aufguss über. Ein wesentlicher Punkt bei der Untersuchung von Kaffee durch die AGES, die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, ist daher der Wassergehalt des gerösteten Kaffees, seine Restfeuchte: sie darf maximal fünf Prozent des Gesamtgewichts ausmachen. Ein höherer Wassergehalt könnte das Wachstum von Schimmelpilzen fördern. Die Untersuchung auf Ochratoxin A gehört daher zur Routine. Der europäische Grenzwert liegt bei 0,005 mg/kg; dieser Wert wurde bei keiner Untersuchung erreicht. Zusätzlich wird Kaffee auf Fremdgeruch, Fremdgeschmack und Fremdkörper untersucht. Auch in dieser Hinsicht entspricht Kaffee hierzulande den lebensmittelrechtlichen Vorschriften.

Drei bis vier Tassen
Bei moderatem Kaffeekonsum wird der harntreibende Effekt von Koffein zumeist innerhalb von 24 Stunden wieder ausgeglichen. Gegen den Genuss von maximal vier Tassen Kaffee pro Tag ist nichts einzuwenden. Das Kaffee-Experiment Gustavs III. endete daher auch anders als erwartet: Beide Probanden überlebten sowohl den Schwedenkönig als auch ihre Ärzte. Als erster verstarb übrigens der Tee-Trinker - im Alter von 83 Jahren.

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